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Lebensfreude durch Trauma-Arbeit

Einfach nur da sein
nichts leisten müssen
nichts tun müssen
Weder an die Vergangenheit
noch an die Zukunft denken
Einfach nur spüren,
was ist
was die Sinne mir mitteilen
mich verbunden fühlen
mich freuen am Dasein


Wer einmal versucht hat, so in der Gegenwart zu leben, zur Ruhe zu kommen, der merkt, dass dies nicht so einfach ist. Unzählige Gedanken gehen durch den Kopf. Erinnerungen und Gefühle steigen auf, alles Unerledigte meldet sich. Die tiefste Ursache für unsere innere Unruhe, die es uns so schwer macht, einfach da zu sein, sind meiner Erfahrung nach seelische Verletzungen – Traumata.


Wesen und Folgen des Traumas

„Als Trauma (v. griech. ‚trauma‘; ‚Wunde‘; Pl.: ‚Trau-mata‘) wird jede von außen einwirkende Verwundung (Läsion) der körperlichen oder seelisch psychischen Integrität bezeichnet. Treten dabei mehrfache Schäden auf, wird auch von einer Mehrfachverletzung oder einem Polytrauma gesprochen. Seelische Verletzungen treten ebenfalls durch äußere Ereignisse auf. Beispiele hierfür sind: Flucht, Krieg, Kindesmisshandlung, Vernachlässigung, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Mobbing, Verschüttungen bei Bergarbeitern u. v. a. m.“

(Wikipedia)


Nicht immer führen schlimme Erlebnisse zu Traumata. Eine mitfühlende und erklärende Person kann u.U. helfen, das Schlimme zu verarbeiten. Sie kann helfen, die Erschütterung durch das Erlebte zuzulassen, zu durchleben und abklingen zu lassen. Oft aber fehlt(e) diese Person. So kommt es zu einer seelische Spaltung. Der Schmerz des Traumas muss vom fühlenden Bewusstsein abgespalten werden, bzw. gelangt erst gar nicht dorthin, weil er unerträglich ist.

Das so genannte  explizite oder narrative (normale) Gedächtnis bekommt oft nichts vom Trauma mit, nur noch das „implizite Gedächtnis“, weshalb Schlüsselreize dann „flashbacks“, den Rückfall ins Trauma-erleben, auslösen können. Dieser Vorgang im Gehirn wird auch „dissoziative Amnesie“ genannt. Außerdem werden „gefährliche“ Regungen und Verhaltensweisen unterdrückt, z.B. Weinen, Schreien, Wut, eigene Wünsche und Bedürfnisse, Streben nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit, Nachfragen nach Tabu-themen.

Die Abspaltung hilft zu überleben. Allerdings besteht die Spaltung auch dann fort, wenn das Trauma bzw. die Gefahr vorüber ist. Sie schränkt die Wahrnehmungs- und Verhaltensmöglichkeiten ein, raubt seelische Kraft und drückt sich oft in körperlichen und seelischen Symptomen aus, deren Zusammenhang mit dem Ursprung häufig gar nicht mehr gesehen und gespürt wird, wie Überforderung, innere Leere, sich ausgeschlossen fühlen, Antriebslosigkeit, starke Verletzlichkeit, Gefühllosigkeit, Ängste aller Art. Das Selbstwertgefühl wird in Mitleidenschaft gezogen, existentielle Unsicherheit und Fremdheitsgefühle (nicht wissen, wo man dazu gehört) können auftreten.

Da die Seele unbewusst nach Ganzheit und Integration strebt, inszenieren sich traumatische Situationen (z.B. Übergriffe) im Leben immer wieder, wie unter einem Wiederholungszwang.

Dieser Zwang kann erst durch die Arbeit mit dem Trauma aufgelöst werden. Daher ist es wichtig, an den Anfang der Traumatisierung zu kommen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten:


Ursachen von Traumata

    * aus früheren Generationen (Eltern, Großeltern, Urgroßeltern) sog. mehrgenerationale Traumata. Da traumatisierte Eltern emotional für ihre Kinder nicht richtig da sein können, geben sie ihre eigenen Traumata –
unbewusst und ohne es zu wollen – auch an ihre Kinder weiter, oft über mehrere Generationen hinweg. Dies geschieht vor allem über die Mutter-Kind-Bindung.

    * vorgeburtliche, die Zeit der Schwangerschaft betreffende, sog. pränatale Traumata, z.B. ungewollte Schwangerschaft, Ablehnung durch die Mutter, Trennung des Vaters von der Mutter, Vergewaltigung am Anfang oder während der Schwangerschaft, Abtreibungsversuche, belastende Erlebnisse der Mutter.

    * die Geburt selbst betreffende, sog. natale Traumata, z.B. Komplikationen (Sauerstoffmangel, Nabelschnur um den Hals), Frühgeburt, Kaiserschnitt, unnötige oder Schmerzen verursachende Maßnahmen wie Zangengeburt, Beschneidung, Trennung von der Mutter.

    * nachgeburtliche, sog. postnatale Traumata z.B. durch Vernachlässugung, Gewalt, verbale und nonverbale Abwertungen, die wiederum negative Einreden zur Folge haben.


Meist haben die drei letzgenannten Traumaarten eine mehrgenerationale Komponente bzw. Vorgeschichte. In der psychotherapeutischen Arbeit mit Menschen, die traumatisiert sind, ist es wichtig, achtsam und behutsam vorzugehen. So kann der Zugang zu eigenen Gefühlen allmählich wieder hergestellt werden, Ängste und Misstrauen können abgebaut werden, das Selbstwertgefühl kann wachsen.

In der Traumatherapie arbeite ich mit drei Persönlichkeitsanteilen oder -modi, deren Charakteristika hier beschrieben werden:



Der Überlebensanteil

Er ist meist aktiv, zupackend, „funktionierend“. Er verkörpert Stärke, Unerschütterlichkeit und wertet zugleich Schwäche ab. Entweder werden Probleme verharmlost, oder ganz geleugnet. Eine Veränderung hält er von vornherein für unnötig, da es ihm ja „gut“ geht. Falls die Probleme (z.B. in einer Krise) nicht mehr zu leugnen sind, kann er gleichzeitig paradoxerweise überzeugt sein, dass es keine Hoffnung auf positive Veränderung im Leben (z.B. durch Therapie) für ihn gibt. Er nimmt insofern eine „Opferhaltung“ ein und stabilisiert sich selbst (selbsterfüllende Prophezeiung). Diese Selbststabilisierung kann auch durch Suchtmechanismen oder ein körperliches Symptom geschehen. Letztlich sind dies alles Fluchtversuche bzw. die Vermeidung, sich mit dem eigenen Trauma zu beschäftigen.


Der Traumaanteil

In ihm ist der alte Schmerz der Traumaerfahrung gleichsam „eingefroren“. Er leidet darunter, vom Überlebensanteil abgelehnt und verdrängt zu werden. Solange er nicht gesehen und erlöst wird, wiederholt sich das Ur-trauma (z.B. Verlassen werden) im Leben immer wieder. Es braucht oft viel Mut, den alten Schmerz anzuschauen und auszudrücken, zugleich wirkt es befreiend, weil es hilft, sich besser zu verstehen.


Der gesunde Anteil

Er kann lernen, zu unterscheiden, in welchem Persönlichkeitsmodus man sich gerade befindet. Er kann die Abwehr und die Hoffnungslosigkeit des Überlebensanteils in Frage stellen. Er unterstützt die Annäherung an den Schmerz des Traumas und so den Heilungsprozess. In der therapeutischen Arbeit kristallisiert er sich im Anliegen des Klienten.


Trauma-Aufstellungen

Sie sind eine besondere Form der Familienaufstellung. In der Gruppe stellt die aufstellende Person je nach Anliegen Stellvertreter (für eigene Anteile, Symptome, oder Familienmitglieder) auf. Diese beginnen dann, aus ihren aufsteigenden Empfindungen heraus zu reden und zu agieren. Als Therapeut greife ich hier nicht ein, damit das System unbeeinflusst die innere Wirklichkeit des Aufstellenden widerspiegeln kann.

In der Einzelarbeit geschieht die Traumaaufstellung mit Symbolen (z.B. Kartons, die mit Genogramm-symbolen beschriftet sind) für die aufgestellten Symptome oder Stellvertreter. Der Klient stellt sich nacheinander auf die  Symbole und fühlt sich in die betreffende Position und Rolle ein. Die dabei auftretenden Gefühle, Körperempfindungen, inneren Bilder und Gedanken liefern wertvolle diagnostische Hinweise im Blick auf das aufgestellte System.


In den Traumaaufstellungen kann sich auf diese Weise der Sinn und die Ursache der Symptome zeigen. Manchmal hält der Überlebensanteil hartnäckig an seiner Strategie fest. Im günstigen Fall kann sich die aufstellende Person ihrem Traumaanteil nähern und sich von seinem Schicksal berühren lassen. Dies kann klärend, erleichternd und heilsam wirken und kann nach und nach die durch das Trauma entstandene Spaltung aufheben. Die Person wird vollständiger, kommt mehr zu sich selbst. Die verschütteten Quellen der Lebensfreude können wieder fließen.


Thomas Frister
Psychotherapeut
Stuttgart

 

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