Das ganzheitliche Magazin für Aachen & Euregio
Home
Beratungsangebot
Artikel-Archiv
Abnehmen mit Konzept
Achtsamkeitspraxis?
Ätherische Öle
Astrologie
Aufstellungsarbeit
Aura-SomaQuintessenz
Aura - Verstand
Autogenes Training
Ayurveda
Beinlängendifferenz
Biodanza-Tanz als...
Bioenergetik
Blutegel-Therapie
BMS-Kinesiologie®
Burnout-Syndrom
Chakrasystem...
Channeling
Clearing 1 - 3
CQM-Methode
Commitment
Craniosa.Osteopathie
Dankbarkeit
das Licht kommt...
Dorn-Breuß ...
Einfach genial - ...
EMF-Balancing
Energie, alles ist
von Engeln begleitet
Engelrückführung
Ernährung, richtige?
Erzengel, 12 neue
Feng Shui
Fremdenergien/...
5-Elemente-Punch
Gemüsegarten eigener
Geist.Heilen&Mental
Geistlichtreisen
Geistlichtreisen...
Geschichten, ganzh.
Göttliche Mutter
Grenzen spüren, ...
Heilen mit Symbolen
Heilfasten
Heilige in uns. Zeit
Heiltechniken, ind.
Heilung, ganzheitl.
Huna
Hypnose, moderne
Ingwer
Jetzt Heil Sein
Jenseitskontakt
Jin Shin Jyutsu®
The Journey
Kinder+Erziehung
Lieder, spirituelle
Lomi-Lomi-Massage
Mantras, was sind?
Medialität
Matrix-Energetics®
M. Energiecoaching®
MET, Heilen mit
Mineralien
Mykotherapie
Neurodermitis
Plädoyer für die ...
Psyche
PSYCH-K®
Rohkost-Paraguay
Satsang etc.
Schamanismus
Seelenengel
Seelengeschichte
Serotonin
Shiatsu
Tantra
Tierkommunikation
Tipping-Methode
Trauma-Arbeit
Trauma-Therapie: MTT
Trinkwasser, reines
Vernachl. des Seins
Vipassana-Meditation
Waschnüsse
Wasser, Mysterium...
WenDo-Selbstvert.
Yoga
Zähne, schiefe ...
gelesengehörtgesehen
schon gelacht?
Links
Impressum
Sitemap

„Grenzen spüren, setzen, halten...“

ist mein Motto in dieser grenzenlosen Zeit des „Alles ist möglich“ und „Schneller, höher, weiter“. In dieser nach Außen orientierten Zeit auf die Zeichen in sich achten und sich selbst mit seinen Bedürfnissen erkennen, kann eine interessante Aufgabenstellung sein, wenn wir uns trauen und wollen. Den Raum erleben, die eigenen, wahren Bedürfnisse zu stillen und sich bei Bedarf adäquat abzugrenzen, erfordert Mut und Interesse an der Erfahrung, geliebt und geachtet zu werden, auch weil wir uns abgrenzen.

Ich selbst erlaube mir diese Erfahrung wiederholt und kann wiederholt genießen, wenn ich Achtung und Dankbarkeit in den Augen und Worten meiner Mitmenschen erkenne, weil Sie mich an dieser Grenze sehen und sich somit auch orientieren können.

Es gab eine Zeit, da lief ich durch mein Leben und wusste gar nicht, was ich wollte. Ich funktionierte, verhielt mich, wie ich dachte, dass Andere es von mir wünschten. Die Frage “Was willst Du?“ zu beantworten, bereitete mir Schwierigkeiten. Ich fühlte mich hilflos und wütend über meine erlebte Ideenlosigkeit bis zu dem Zeitpunkt, als ich für mich den Zusammenhang erkannte, dass ich als Kind kaum gefragt worden bin, was ich denn mögen würde. Das, was wir heute können, haben wir irgendwann einmal gelernt, abgesehen von ein paar unwillkürlichen Körperfunktionen. Somit konnte ich meine Schwierigkeiten nachvollziehen und gnädiger mit mir umgehen.

Aufgewachsen in einer Familie mit 3 Geschwistern und berufstätigen Eltern erlebte ich, dass es hauptsächlich ums Funktionieren ging. Die Zeitfenster waren schmal und effektive Abläufe gefordert. Wenn ich „andere Wege“ gehen wollte oder „Stillstand“ brauchte und es passte nicht ins Programm, erlebte ich Schwierigkeiten und Strafen. Somit lernte ich, mich zu verhalten, wie es die Anderen von mir wollten bzw. erwarteten. Ich lernte, dies als normal zu akzeptieren und die Wut, welche entstand, weil ich mich „fremdbestimmt“ bewegte, konnte ich bis zu einem gewissen Maße betäuben. Besonders „geeignet“ dafür erwiesen sich für mich Alkohol und Zigaretten.

Irgendwann war wieder ein Maß erreicht, dem aufgestauten Ärger in mir Platz zu machen und ich „explodierte“. Es brach aus mir heraus und ich beschimpfte die Personen, die gerade in meiner Nähe waren, die Personen, die unglücklicherweise diesen letzten Tropfen gaben, der mein Fass zum überlaufen brachte. Ich klagte, wie schrecklich und ungerecht ich doch behandelt werde, dass nicht auf das gehört wird, was ich sage und meine Grenzen nicht respektiert werden. Ich erlebte auf der Arbeitsstelle Mobbing und im privaten Bereich Konflikte, auch in der Partnerschaft.

Auf genaueres Hinterfragen bemerkte ich, dass ich eigentlich gar keine Grenzen hatte und setzte. Dass ich selbst nicht wusste, wo denn meine Grenzen waren und was ich wollte. Ich wusste sehr genau, was ich nicht mehr wollte. Doch zu sagen, was ich wollte, gelang mir nicht. Ich bemerkte: wenn ich meine Grenzen nicht kannte, wie sollte ich sie dann setzen? Und da, wo ich sie sehen konnte, fehlten mir die passenden Worte, mich adäquat mitzuteilen.

Ich fragte mir Hilfe und Anleitung, fing an, der inneren Stimme zu lauschen. Ich lernte auf die Zeichen in mir zu achten, an denen ich erkennen konnte, was ich wollte und was nicht. Am Anfang waren die Zeichen noch leise und für mich ungewohnt. Doch von Tag zu Tag und Situation zu Situation, in denen ich dies praktizierte, lernte ich mich selbst mehr kennen mit meinen Vorlieben und Abneigungen, lernte mich verstehen. Und ich konnte mich auch deutlicher mit meinen Ängsten und Abhängigkeiten sehen.

Eine Abhängigkeit erlebte ich in der Angst, anderen nicht zu gefallen, wenn ich mich abgrenzen würde. Die Angst, allein zu sein und nicht geliebt zu werden. Ich hatte als Kind erfahren, dass ich Ärger und Strafen erntete, wenn ich mich anders verhielt als von mir erwartet. Ich erahnte, dass es lohnenswert sein könnte, mich dieser Angst zu stellen und zu lernen, Grenzen zu setzen. Durch einen klar abgegrenzten Raum könnte es mir möglich werden, das Gefühl der Sicherheit zu erleben, nach dem ich mich sehnte. Den Raum für Entspannung und Erholung zu finden, in förderlicher Art und Weise auftanken können. Und ich wagte es. Ich fing an, wenn ich in den Spiegel schaute, mich zu entdecken und gnädiger mit mir umzugehen. Die Peitsche öfter mal aus der Hand zu legen und mich stattdessen anzulächeln. Eine Fehlerfreundlichkeit zu üben, auch in den eigenen Belangen.

Ich lernte Schritt für Schritt, ganz in meiner Zeit, die eigenen Bedürfnisse zu erspüren und mir diese zu erfüllen. Mir den Raum geben, den ich brauche, um in Frieden zu kommen und die Batterien aufzuladen. Die eigene Mitte zu finden und die Balance zu halten. Die Worte NEIN und STOP kommen schon leichter über meine Lippen und verbinden sich mehr und mehr mit einem Lächeln der Gelassenheit, weil ich erlebe, ich kann und werde noch immer geliebt.

Alkohol habe ich vor 16 Jahren erfolgreich für Taekwondo eingetauscht. Der blaue Dunst ist ebenso egal und nutzlos geworden, weil es möglich ist zu lernen, sich die wirklichen Bedürfnisse auf eine förderliche Art zu erfüllen, nachdem sie erkannt wurden.

Ich habe für mich verstanden, die Fähigkeit der adäquaten Abgrenzung bekommen wir nicht in die Wiege gelegt. Es ist ein Lernprozess wie Laufen und mit Besteck essen. Wenn Kinder nicht gefordert und gefördert werden, diese Erfahrung zu machen (auch wenn es manchmal für uns als Eltern unbequem ist) können sie es auch nicht „wie von Zauberhand“ als Erwachsene.

Und wer von uns es als Kind nicht lernen durfte, kann sich heute dieser Übung stellen und wirklich interessante Erfahrungen machen. Es lohnt sich. Trauen Sie sich.
 
 


Edgar J. Nemes
Trainer für Selbstfindung/Selbstbehauptung
und Kommunikation
Coaching. Hypnose. Psychologische Beratung
Viktoriastraße 68, 52066 Aachen
Tel.: 0241/43571326 und 0177/6859550
edgar.nemes@indiemitte.de
http://www.indiemitte.de

Himmelsleiter-euregio  | redaktion@himmelsleiter-euregio