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Ich, die ich wirklich bin

 

Neulich auf dem Geburtstagfest von Freunden war ich zwar anwesend, aber eigentlich nicht da. Ich, die ich wirklich bin, hat mit der, die da war, gar nichts zu tun. Ich, die ich wirklich bin, hat Geschmack, weiß, was sich gehört, und hat einen schlanken Körper.

Ich, die ich wirklich bin, steht nicht am Rande des Geschehens, entdeckt nicht gerade einen Fleck auf ihrer Bluse und hat keine überzähligen Kilos.

Ich, die ich wirklich bin, führt Krieg mit dieser anderen da, die zu Geburtstagsfeiern geht und sich blamiert. Bekommt die eigentlich nicht mit, dass sie mich überall unmöglich macht? Wie kann die sich eigentlich trauen, so undiszipliniert unsportlich mit Konfektionsgröße 44 herum zu laufen?

Ich, die ich wirklich bin, trage nur Schildchen in meiner Kleidung, auf der die größte zugelassene Nummer die 38 niemals übersteigt! Weiß die, die mich ständig blamiert, denn nicht, dass das Leben in einem Zustand über der Markierungslinie 38 für Frauen nicht vorgesehen ist?
Weiß sie denn nicht, dass sich alle schon über sie lustig machen und ihr eigentliches Leben erst dann beginnen kann, wenn sie endlich schlank ist? Vor dem Zeitpunkt des Schlankseins ist es eine gesellschaftliche Verpflichtung, unglücklich, frustriert und in einem unterschwelligen Zustand ständiger innerer Selbstbeschimpfung zu sein. Mit Konfektionsgröße 44 hat man sich selbst zu hassen!

Zufrieden sein in so einem Zustand ist eine Unverschämtheit! Was glaubt die, die mich ständig blamiert, eigentlich, wer sie ist? Wie kann die sich einen vergnüglichen Abend machen, wenn doch dringend und existenziell nur eines auf dem Programm stehen sollte: abnehmen, abnehmen und zwar nur abnehmen. Alles andere ist nachrangig zu behandeln!

Was bildet die sich eigentlich ein, mit einem zufriedenen Lächeln durch die Gegend zu laufen? Kriegt die den Ernst der Lage nicht mit oder nimmt die Drogen? Ich, die ich wirklich bin, stehe fassungslos dabei, wenn ich mitbekomme, dass ihr

Partner sie wunderschön findet! Ja, durchschaut sie denn diesen Lügner nicht? Und der Gipfel ihrer Wahrnehmungsverzerrung wird deutlich, wenn fremde Männer sie anlächeln, denn dann bemerkt sie natürlich nicht, dass die Männer nur deswegen lächeln, weil die sich insgeheim denken, ja genau, die müsste aber mal abnehmen!

Hat sie denn nicht begriffen, dass sie eine Verräterin ist, dass sie den gesellschaftlichen Feind Nummer eins bei sich beheimatet und Unterschlupf geboten hat? Kilos über oben genannter Demarkationslinie aufzunehmen, gleicht einem gesellschaftlichem Sabotageakt.

Und Sie? Ist Ihnen eigentlich klar, wie deprimiert Sie zu sein haben bei all Ihren Makeln, die Sie bestimmt irgendwo versuchen, unter Ihrer Kleidung zu vertuschen? Ich hoffe, Sie kommen Ihrer Pflicht nach und leiden gehörig an Ihrem Hässlichsein!

Ja, Sie haben richtig gelesen!

Auch wenn die anderen Lügner Ihnen Ihre Mangelhaftigkeit nicht öffentlich bestätigen, so wissen Sie doch selbst am allerbesten, wenn Sie mal ganz ehrlich in sich hinein schauen, wie hässlich Sie in Wirklichkeit sind. Tja, und deshalb sollten Sie es so machen wie ich. Ich, die ich wirklich bin, überlasse vorerst noch mein Leben dieser peinlichen Anderen, die mich ständig blamiert.

Ich, die ich wirklich bin, gehe zwischenzeitlich ins Fitnessstudio und höre auf zu essen. Und sollte ich mich je noch einmal im öffentlichen Leben blicken lassen, dann phönixgleich in Größe 38 auferstanden, vorher verbleibe ich jedoch, meiner Unförmigkeit entsprechend, irgendwo am Rande des Lebens in Schutt und Asche.

Ich, die ich wirklich bin, bin jedoch auch etwas verunsichert. Neulich dachte ich mir, ich, die ich wirklich bin, weiß zwar alles besser und bin die eindeutig Perfektere von uns beiden. Aber leider habe ich objektiv feststellen müssen: die Glücklichere von uns beiden ist die, die mich ständig blamiert. Könnte es sein, dass die, die mich ständig blamiert, irgend etwas weiß, was ich auch wissen sollte?


Und wenn dem so ist, was weiß sie denn? Wie kann es eigentlich sein, dass sie von uns beiden den tolleren Kerl als Partner hat? Warum hat sie echte Freundinnen und ich, die ich wirklich bin, nur Zicken in meinem Freundeskreis? Warum ist ihr trotz ihrer Lachfalten im Gesicht immer noch nicht das Lachen vergangen? Warum finden andere Menschen sie schön, obwohl sie es nun wirklich nicht ist?

Ich, die ich wirklich bin, bin ziemlich wütend. Denn ich habe soeben miterlebt, dass die, die mich ständig blamiert, sich nach einem Waldspaziergang gemütlich in einem Restaurant niedergelassen hat und Milchkaffe trinkt. Und einen Keks dazu isst! Das ganze auch noch in netter Gesellschaft, anstatt dass sie sich die Kalorien spart, die sie gerade verloren hat. Die, die mich ständig blamiert, ist undiszipliniert und hat auch noch Freude dabei.

Es ist schon wirklich traurig, wenn sie so glücklich durchs Leben geht und gar nicht mitbekommt, wie dramatisch schlecht es ihr in Wirklichkeit gehen sollte.

Die, die mich ständig blamiert, ist gerade zu mir gekommen und hat mich in den Arm genommen. Sie hat mir gesagt, ich solle jetzt einfach mal meinen Mund halten. Ich solle jetzt tief einamten und danach tief ausatmen. Und dann hat sie mich angegrinst und mir gesagt, ich solle mich entspannen. Sie hat mir ein Kissen unter den Kopf gelegt und meine Hand gehalten. Ganz lange hat sie meine Hand gehalten.

Und sie tut es immer noch und hat mir gesagt, ich solle jetzt den Text beenden und noch kurz erwähnen, dass es sich immer lohnt, sich selbst die Hand zu reichen. Und dann soll ich noch sagen: Was könnte schon Schlimmes dabei passieren, außer dass Sie glücklich werden?

 

Verena Ronnenberg
Heilpraktikerin (Psychotherapie)
Himmelsleiter-euregio  | redaktion@himmelsleiter-euregio